Jagdarten, Hege und verantwortungsvolles Wildmanagement

Die Jagd im Hardtwald

Jagd ist weit mehr als ein Hobby: Sie ist Hege, Verantwortung und Handwerk zugleich. Hier erfahren Sie, wie im Hardtwald gejagt wird, welche Gesetze die Jagd regeln und warum nachhaltige Jagd für Wild und Natur unverzichtbar ist.

Die Jagdarten im Überblick

Drückjagd

Bei der Drückjagd – auch Treibjagd genannt – werden die Wildtiere mit einer Gruppe von Treibern und Hunden in die Enden getrieben. Sie findet von Oktober bis Januar statt, also dann, wenn das Wild die Deckung braucht und die Kulturpflanzen abgeerntet sind. Die Drückjagd ist die aufregendste und zugleich anstrengendste Jagdform und der Grund, warum im November so viel Wild auf der Strecke liegt.

Ansitzjagd

Der Jäger sitzt still auf er Kanzel oder im Hochsitz und wartet. Rehe, Wildschweine und Hirsche kommen von selbst – wenn der Revierinhaber dafür sorgt, dass Weiden, Deckungen und Ruhezonen stimmen. Die Ansitzjagd ist die nachhaltigste Form der Jagd, weil sie das Wild in seiner natürlichen Umgebung beobachtet und nur das erlegt, was die Population ohnehin nicht mehr trägt.

Brunftjagd

Im Spätherbst, wenn die Brunftzeit des Rehes beginnt, wird das Wild am Brunftplatz erwartet. Die Brunftjagd ist die einzige Jagdform, bei der das männliche Rehwild eindeutig identifiziert werden kann – und die einzige, bei der der Bock für ein gesundes, ausgewogenes Verhältnis in der Population entnommen werden darf.

Pirsch

Die Pirsch ist die traditionsreichste Form: Der Jäger zieht zu Fuß durch den Wald, oft mit dem Hund, und sucht den Kontakt zum Wild. Sie verlangt Ruhe, Geduld und ein feines Gespür für die Spuren des Wildes.

Erntejagd

Nicht jede Jagd ist Absicht: Wildschweine und Rehe verursachen jährlich hohe Schäden in der Landwirtschaft, und wer keine Jagd betreibt bekommt Ärger mit dem Landwirt. Auch hier gilt: Die Bestände im eigenen Revier regulieren, ist Teil der Verantwortung.

Die rechtlichen Regeln

Die Jagd in Deutschland ist streng geregelt. Grundlage sind das Bundesjagdgesetz, die einschlägigen Landesjagdgesetze und die Wild- und Jagdordnung des jeweiligen Reviers.

  • Jagdschein: Jagd darf nur mit einem gültigen Jagdschein ausgeübt werden. Er wird nach einer staatlichen Prüfung vergeben und ist an Person, Waffe und Revier gebunden.
  • Schon- und Sperrzeiten: Rehe, Hirsche und Wildschweine stehen während der Brunft- und Setzzeit unter strengem Schutz. Fledermäuse, Greifvögel und weitere Arten sind vollständig geschützt.
  • Wildschonzeit im Blick: Wer Wild erwischt, muss es sofort beziehungsweise unverzüglich verwertbar machen – auch aus ethischen Gründen.
  • Fütterungsverbot: Seit 2024 ist das Füttern von Wild in Gebieten mit Wildschaden verboten. Fachlich begründete Fütterung bleibt in Ausnahmefällen möglich.

Hege: der wichtigste Teil der Arbeit

Der Begriff „Hege“ beschreibt alles, was zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Wildes getan wird – und das ist der Teil der Jägerschaft, der am wenigsten sichtbar ist, aber am meisten bewirkt:

  • Wildäcker und Fütterungsflächen mit lichtem Bewuchs, Schonzeiten und Deckung
  • Ruhezonen rund um die Setzplätze, in denen im Frühjahr nicht gejagt wird
  • Wildbahnen und Durchgänge, die dem Wild gefahrlose Wege über offene Flächen sichern
  • Kontrolle der Bestände: Der Jäger entscheidet, wie viele Tiere der Lebensraum trägt – und erlegt weniger, wenn der Zuwachs schwach ist
  • Naturschutz durch die Pflege von Wiesen, Hecken und Waldrändern, die vielen Arten zugutekommen

Erst wenn Wild gesund, artgerecht und stressfrei lebt, ist auch sein Fleisch von bester Qualität. Das ist der eigentliche Grund, warum wir in der Wildkammer Wert auf eine artgerechte Haltung legen.

Von der Strecke in die Wildkammer

Nach der Erlegung wird das Wild sofort in unsere Wildkammer gebracht. Dort wird es nach den Vorgaben des EU-Hygienerechts zerlegt und verarbeitet – geprüft, gewogen, vakuumiert und etikettiert. Die Wildkammer Stutensee ist dabei bewusst klein geblieben: Wer regional kauft, kennt die Herkunft, und die Strecke hat keinen langen Weg.

Wildbret aus eigener Jagd ist das ehrlichste Fleisch, das man kaufen kann – und wir zeigen Ihnen, warum.

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